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VanMoof: Die Jäger der gestohlenen Fahrräder

von Simone Cordes, 13. Januar 2020

Bike Hunter sollen verschwundene Räder wieder zu ihren Besitzerinnen und Besitzern bringen

Fahrraddiebstahl ist das häufigste Delikt in Amsterdam. Die Diebe werden meistens nicht ausfindig gemacht und die Fahrräder bleiben verschwunden. Ein teures Rad auf den Straßen abzustellen, ist für viele zu riskant. Das soll ein Ende haben. Mit Preisen zwischen 898 Euro und 3.398 Euro gehören die hochwertigen Cityräder von VanMoof, einem in Amsterdam ansässigen Fahrradhersteller, zu den teureren Modellen. Dafür verspricht er aber, geklaute Räder der eigenen Marke binnen zwei Wochen wiederzufinden, ansonsten werden sie kostenlos durch ein neues ersetzt. Für die Suchzeit erhält die beklaute Person ein gleichwertiges Übergangsrad.  

Damit Langfinger zu kurz kommen

Ein VanMoof lässt sich nicht so einfach stehlen, denn es kann die Besitzerin oder den Besitzer von Langfingern unterscheiden. Steht man unmittelbar vor dem eigenen Rad, entriegelt es sich von selbst. Mitzuführen ist dafür das eigene Handy, das durch eine App mit dem Fahrradschloss verknüpft ist. Kein Handy dabei? Kein Problem! Die Klingel besitzt einen geheimen Entriegelungsknopf. Mit Eingabe des Codes wird das Fahrrad freigeschaltet. Sollte keiner dieser Schritte durchgeführt und das Fahrrad durch eine fremde Person angefasst beziehungsweise angehoben oder gefahren werden, schlägt das Rad Alarm. Entkommt der Dieb trotz allem, können die sogenannten Bike Hunter beauftragt werden, das Fahrrad zu suchen.  

70-prozentige Erfolgsquote 

Per VanMoof-App oder E-Mail muss der Diebstahl beim Hersteller gemeldet werden. Gleichzeitig ist eine Anzeige bei der Polizei notwendig. Liegen Diebstahlmeldung sowie Polizeibericht vor, ziehen die Bike Hunter los, um das gestohlene Fahrrad wiederzufinden. Mithilfe eines integrierten Trackingsystems kann die Position des Rades auf circa 100 Meter genau ermittelt werden. Für eine noch genauere Ortung verwendet das Bike-Hunter-Team einen Bluetooth-Sender, der auf den letzten Metern dabei hilft, das Fahrrad aufzuspüren. Die große Herausforderung: Erst wenn die Hunter dicht dran sind, schlägt der Sender Alarm. Da in Amsterdam aber häufig hunderte Fahrräder auf wenigen Metern nebeneinander stehen, ist oft Durchhaltevermögen gefragt. In 70 Prozent der Fälle finden sie die Fahrräder innerhalb von zwei Wochen wieder. In einigen Fällen legen die Hunter sogar tausende Kilometer zurück – von den Niederlanden ging es bereits nach Frankreich, Marokko und Rumänien. In der Regel beschränkt sich die Suche aber auf die eigene Ortschaft.

In Berlin können die Stadträder seit mittlerweile fünf Jahren in einem VanMoof-Laden im Stadtteil Charlottenburg erworben werden. Wird ein Fahrrad geklaut, gibt es auch hier Hunter, die losziehen.

Sorgenfrei-Garantie für gekaufte und geleaste Räder

Für 100 Euro im Jahr kann der „Peace of Mind“-Service zum gekauften Fahrrad dazu gebucht werden. Eine Drei-Jahres-Diebstahlgarantie kostet 240 Euro. Beim Fahrrad-Abonnement ist die Versicherung inbegriffen. Ab 25 Euro pro Monat zuzüglich einmaliger Schlüsselkosten in Höhe von 98 Euro verspricht VanMoof eine Sorgenfrei-Garantie bei Diebstählen. Beim ersten Diebstahl findet oder ersetzt der Hersteller das Fahrrad kostenlos. Beim zweiten oder dritten Vorfall wird eine Gebühr von 98 Euro erhoben. Reparaturen hingegen werden kostenlos vorgenommen.

Einen näheren Einblick in die Arbeit der Bike Hunter geben die monatlichen Radjagd-Berichte.

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